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Anno 1923...

Also, angefangen hat es anno 1923 mit dem Sport in Seedorf. Mit dem offiziellen jedenfalls, mit dem ersten Verein. Denn natürlich haben Jungs auch vorher schon mal Fußball gespielt, und die Mädchen sind um die Wette gerannt.

1923 entsteht nun ein Verein, der SSV Seedorf, der Spiel- und Sportverein. Benno Cabel, anno 1997 unser ältestes Mitglied und damals ein Bengel von 10 Jahren, konnte sich noch genau erinnern und es existiert auch noch das alte Vereinsabzeichen. Sonst aber wissen wir über diesen Verein nicht sehr viel. Es gibt keine Akten und Urkunden mehr, auch nicht beim Kreissportverband, im Kreisarchiv oder im Vereinsregister.

Wissen wir auch kein Gründungsdatum, so kann man sicher sein, dass es Frühling oder Sommer ist, als er aus der Taufe gehoben wird. Es gab ja keine Turnhalle, alles fand draußen statt! Benno Cabel erinnerte sich an ein Sportfest auf einer Weide am Zuckerhut, 1923 oder 1924. Da waren auch Sportler aus Lassahn, die mit Booten über den See gekommen waren, aus Zarrentin und aus Ratzeburg oder Schmilau. Schlagball und Faustball wurden gespielt.

Der Verein hält sich einige Jahre. Immer wieder finden sich Sportler, die den Verein weiter am Leben erhalten. Wenns im Verein mal wieder etwas “ hapert”, weichen viele junge Leute zu den Sportfesten nach Ratzeburg, Mölln und Zarrentin aus.

Fußball spielte man z.B. in Gr.Zecher , wo heute die Guts-Trocknung ist, oder auf einer Koppel von Lübcke, heute Hof Wilcken. In Zarrentin wird im Winter auch im Saal vom Gasthof “ Vierlinden” geturnt.

1934 ist es mit dem Vereinsleben vorbei. Hitler ist 1933 an die Macht gekommen, und nun muss, wer Sport treiben will, sich an die geduldeten und geförderten Organisationen halten. Viele junge Männer gehen zur SA, die meisten aus Seedorf nach Ratzeburg zum KdF -Sport. KdF bedeutet “ Kraft durch Freude” und ist die Freizeit Organistion der “Deutschen Arbeitsfront”.

Dann kommt der Krieg und die schwere Nachkriegszeit. Keine anderen Dörfer  im Herzogtum Lauenburg haben prozentual mehr Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen als Seedorf und Gr.Zecher. Sehr viele Jugendliche sind darunter. Und 1948 bildet sich wieder ein Verein. Lehrer Johannes Kruse wird der erste Vorsitzende. 1949 folgt ihm Benno Cabel, weitere zwei Jahr später übernimmt das kleine Energiebündel aus Westfalen,Wihelm Heisterkamp, das “ Regiment”. Parallel zum Wirtschaftwunder der Nachkriegszeit nimmt der Verein einen stürmischen Aufschwung. Von Gutsbesitzer Kurt Lindemann, seit Januar 1949 Regisseur des Niederdeutschen Theaters, tatkräftig unterstützt.

Fortsetzung folgt !!